Sophie Scholl als Vorbild

„Beweist durch die Tat, daß Ihr anders denkt!“ – so hat sich die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" im Januar 1943 in ihrem fünften Flugblatt an die deutsche Bevölkerung gewandt.

Ein Mitglied dieser Widerstandsgruppe war Sophie Scholl. Kurz vor ihrem 22. Geburtstag wurden sie und ihr zweieinhalb Jahre älterer Bruder Hans zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst enthauptet.

Sophie Scholl und ihre vier Geschwister wurden christlich-humanistisch erzogen. Wie Hans glaubte auch Sophie zunächst an das Gemeinschaftsideal, das die Nationalsozialisten in Deutschland propagierten. Sophie trat dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei. Mit 19 Jahren wurde sie zum Reichsarbeits- und Kriegshilfsdienst verpflichtet. Diese Eindrücke und ihre Lektüre religiöser und philosophischer Schriften ließen in ihr eine Abneigung gegen das NS-Regime wachsen. 1942 begann sie ihr Biologie- und Philosophie-Studium in München. Während der Semesterferien musste Sophie in Ulm in der Rüstungsproduktion arbeiten.

Über ihren Bruder Hans, der ebenfalls in München studierte, lernte sie andere Studenten kennen, die sie in ihrer Ablehnung gegen den Nationalsozialismus bestärkten. Sophie schloss sich 1942 der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ an. Die Gruppe druckte und verteilte unter Einsatz ihres Lebens sechs verschiedene Flugblätter in München, Köln, Stuttgart, Berlin und Wien, in denen sie zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief.

Am 18. Februar 1943 wurden die Geschwister Scholl gefasst, als sie in der Münchner Universität Flugblätter verteilten. Während des dreitägigen Verhörs versuchte Sophie konsequent ihre Freunde zu schützen, indem sie sich und Hans als Hauptakteure der Gruppe darstellte. Am 22. Februar 1943 wurden sie und ihr Bruder wegen „landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat [und] Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und noch am selben Tag enthauptet.

Sophie Scholl bezahlte ihr großes Engagement für Zivilcourage mit ihrem Leben. Ihre Tagebuch-Einträge und ihre Briefe zeugen von ihrer hohen Empfindsamkeit für die Schönheiten der Natur und von ihrem tiefen christlichen Glauben.

Sie soll mit ihrem großen Einsatz für andere und für eine bessere Welt nicht nur die Namenspatronin unserer Schule sein, sondern uns allen als Vorbild für unser tägliches Handeln dienen: „Beweist durch die Tat, daß Ihr anders denkt!“